Nördlich des Hongkonger Touristenviertels Tsim Sha Tsui liegt das Gebiet Sha Tin, wo Sie ein Beispiel dafĂŒr entdecken können, was ein starker Glauben alles bewerkstelligen kann. Der fromme Buddhist Yuet Kai war zwar eigentlich kein Mönch, widmete sein Leben aber dennoch mit Hingabe dem Glauben und trug in den 1950er-Jahren eine Sammlung aus fast 13.000 Buddhastatuen zusammen, die er im von ihm eigenhĂ€ndig errichteten Kloster der zehntausend Buddhas in wĂŒrdiger Umgebung unterbrachte.
Dabei handelt es sich genau genommen um kein aktives Kloster, denn dort leben gar keine Mönche vielmehr ist dieser Ort eine StĂ€tte der Kontemplation, an der die Besucher quasi von physischen Manifestationen des buddhistischen Glaubens umgeben sind. Die Sammlung an Buddhastatuen reicht von traditionellen bis hin zu ziemlich ungewöhnlichen Darstellungen, von winzigen Figuren, die gerade mal DaumengröĂe haben, bis hin zu einem riesigen Buddha, der auf einem groĂen blauen Löwen thront. Wenn Sie einen genaueren Blick auf die vielen Statuen werfen, können Sie Buddhas entdecken, die farbenfroh bemalt, mit bunter Kleidung ausgestattet und mit aufwendigen Frisuren versehen sind, wĂ€hrend andere einfarbig golden glĂ€nzen und mit friedvollem Gesichtsausdruck im Lotussitz meditieren. Wieder andere sind wie Krieger gekleidet und sehen nicht ganz so friedlich aus ... In jedem Fall ist jede Statue einzigartig.
Neben den Statuen ist auch der aufgebahrte Leichnam des KlostergrĂŒnders Yuet Kai eine der Besonderheiten dieser Anlage. Denken Sie beim Anblick des Mannes einmal darĂŒber nach, von welch tiefem Glauben er erfĂŒllt gewesen sein muss, um eine solche Sammlung auf diesem 8Â Hektar groĂen Komplex zusammenzutragen.
Um den Komplex aus vier Pavillons, fĂŒnf Tempeln, einer Terrasse und einer Pagode zu erreichen, mĂŒssen Sie zunĂ€chst eine von Buddhastatuen flankierte Treppe erklimmen. Falls Sie in Ihrem Geldbeutel gerade einen 100 HKD-Schein finden, wie er von der HSBC von 1985 bis 2002 gedruckt wurde, können Sie das auf der RĂŒckseite gedruckte Bild mit dem Anblick vergleichen, der sich Ihnen bietet. Auf den Banknoten ist nĂ€mlich die Pagode des Klosters der zehntausend Buddhas vor der Kulisse eines bewaldeten HĂŒgels abgebildet. Wenn Sie nach dem Treppensteigen noch nicht ausgelastet sind, können Sie auch noch die neun Stockwerke der Pagode erklimmen und von dort oben den grandiosen Ausblick ĂŒber die Wolkenkratzer und die Wildnis von Sha Tin und den New Territories genieĂen. Mit etwas GlĂŒck können Sie beim Auf- oder Abstieg auch ein paar wilde Affen beobachten, die in den BĂ€umen herumturnen. NatĂŒrlich dĂŒrfen Sie diese gerne fotografieren oder filmen, aber fĂŒttern sollten Sie sie auf keinen Fall.
Das Kloster der zehntausend Buddhas befindet sich in Sha Tin und ist gut mit den ZĂŒgen der MTR East zu erreichen. Von Tsim Sha Tsui dauert die Fahrt etwa 20 Minuten. Beachten Sie bitte, dass der Weg zu den TempelgebĂ€uden und den meisten der Buddhastatuen ĂŒber einen steilen Berghang und 400 Stufen fĂŒhrt. Tragen Sie also am besten bequeme Schuhe und bringen Sie ausreichend Wasser und ein wenig Durchhaltevermögen mit. Die schönste Zeit fĂŒr einen Besuch ist morgens, wenn kein Regen vorhergesagt ist. Der Tempel ist tĂ€glich geöffnet und kann kostenlos besucht werden.



































































